SegeLn

 

RuferGanztagsschule und Hausaufgaben scheinen allein von der Begrifflichkeit nicht gut zusammen zu passen. Wenn Schülerinnen und Schüler den ganzen Tag in der Schule sind, sollte in der Regel nach Schulschluss keine Arbeit für die Schule zu Hause erledigt werden müssen. Aus Hausaufgaben werden deshalb in der Ganztagsschule Lernzeiten. Das gelingt gut, wenn der Schultag in Phasen von Anspannung und Entspannung gegliedert ist.

An der SKW heißen die Lernzeiten SegeL. Der Begriff steht für ein Konzept, das das "Selbstgesteuerte Lernen" (SegeLn) bei allen Schülerinnen und Schülern entwickeln, fördern und nachhaltig unterstützen soll. Im Rahmen der Qualitätsanalyse NRW wurde unser Lernzeitenkonzept sehr positiv bewertet, weil es deutlich und maßgeblich zur individuellen Förderung beiträgt.

In der Regel werden die SegeL-Stunden vom Klassenlehrer erteilt. Die Aufgabe der Lehrkräfte besteht darin, die SegeL-Stunden - so wie jeden anderen Unterricht auch - vorzubereiten und für die Schülerinnen und Schüler als Ratgeber und Lernbegleiter bei der Bearbeitung der Aufgaben zur Verfügung zu stehen. Sie sorgen für eine gute Arbeitsatmosphäre, geben evtl. Hinweise für einen passenden Lösungsweg und regen die Kooperation der Schülerinnen und Schüler an.

Als Lernzeit im SegeL stehen in jeder Klasse zwischen 6 und 7 Stunden pro Woche zur Verfügung. In dieser Zeit konzentrieren sich die Schülerinnen und Schüler auf das eigenständige Lernen. In einem Wochenplan werden von allen Fachlehrern Aufgaben auf unterschiedlichem Lern- und Leistungsniveau zur Verfügung gestellt. In der Regel soll der Wochenplan innerhalb der kommenden 14 Tage bearbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler organisieren ihren eigenen Lernprozess, entscheiden mit wem und wo sie die Aufgaben bearbeiten, holen sich Hilfe und lösen im Idealfall die Aufgaben selbständig. Jeder Wochenplan beinhaltet Basisaufgaben für die Hauptfächer, die von allen bearbeitet werden müssen. Zusätzlich lässt er Raum für eigene Projekte und bietet so die Option zu noch mehr eigenständiger Lernzeit.

Die Schülerinnen und Schüler nutzen ein eigenes Logbuch zum Organisieren ihres Schulalltages. Um ihre Aufgaben und ihre wöchentlichen Ziele zu verschriftlichen, notieren sie diese regelmäßig zu jedem Wochenplan auf den entsprechenden Seiten des Logbuchs. Weiterhin halten sie darin ihren Stundenplan, ihre Zensuren und weitere wichtige Informationen fest und verfolgen ihren Lernprozess stetig. Auch dient das Logbuch als Kommunikationsmittel zwischen den Familien und der Schule. Eltern sollten das Logbuch regelmäßig überprüfen und dies durch ihre Unterschrift kennzeichnen. So stehen Eltern und Lehrer in ständigem Austausch miteinander. Das Logbuch ist damit ein ständiger Begleiter im Alltag der Schülerinnen und Schüler.

Alle Schülerinnen und Schüler sollen am Ende der zweiten Lernwoche die bearbeiteten Aufgaben mit nach Hause nehmen. Die Eltern können so erfahren, an welchem Thema und Inhalt gerade in der Schule gearbeitet wird. Sie erhalten unmittelbar Gelegenheit, sich über die Aufgabenformate und den Lernfortschritt ihres Kindes zu informieren. Die Eltern werden dadurch wichtige Begleiter und  unterstützen den Lernerfolg. Wenn sich dabei zu Hause Fragen eröffnen, oder wenn Eltern eine Rückmeldung geben wollen, kann dies direkt auf dem Formular des Wochenplans geschehen. In jedem Fall bestätigen die Eltern durch eine Unterschrift, dass sie die Arbeiten des Wochenplans gesehen haben.

Bei dieser Gelegenheit können Eltern auch gemeinsam mit den Kindern kontrollieren, ob noch alle schulischen Materialien vorhanden sind. Viele Kinder der 5. und 6. Klasse können das noch nicht ganz alleine und selbstständig erledigen.

Auch die Forder-und Förderangebote sind im SegeLn verankert, da hier die individuellen Entwicklungsstände der Schülerinnen und Schüler hervorragend aufgegriffen und differenziert unterstützt werden können. Ebenfalls in den SegeL-Stunden wird in der 5. und 6. Klasse der Klassenrat durchgeführt und von der Schulsozialarbeiterin geleitet.

(hier geht es zu einem Bericht des Soester Anzeigers).

 

SegelnWeiterentwicklung des Konzepts

 

SegeL+

In den höheren Klassen hat sich herausgestellt, dass viele Schülerinnen und Schüler verstärkt nach fachlicher Hilfe suchen, die nicht unmittelbar vom Klassenlehrer gegeben werden konnte. Deshalb wurde das Konzept im die SegeL+ -Stunden ergänzt.

In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wird zusätzlich zum Unterricht eine Stunde SegeL+ im Fach organisiert. Der jeweilige Fachlehrer betreut die SegeL+ -Stunde und kann dadurch unmittelbar die passende fachliche Hilfe und Unterstützung anbieten. Außerdem kann die Einführung der Wochenplanaufgaben fachlich begleitet werden. Durch die gemeinsame Besprechung des Anspruchsniveaus der Aufgabe wird ein deutlich effektiverer Lernzuwachs ermöglicht. Die Fachlehrer können Fragen unmittelbar klären, bei Schwierigkeiten beratend und lenkend einwirken.

In den SegeL+ -Stunden werden zudem die grundlegenden inhalts- und prozessbezogenen Kompetenzen geschult. Präsentationsmethoden, der passende Umgang mit digitalen Medien, korrekte Rechtschreibung, aber auch die Nutzung von fachspezifischen Werkzeugen werden hier trainiert.

 

SegeLn und Kurs

Im Schuljahr 16/17 beklagten viele Schülerinnen und Schüler der 9.Klasse, dass nach mehr als 4 Jahren Segelzeit, ihre Selbständigkeit beim Lernen im Wesentlichen erreicht sei und der Segelunterricht deshalb oftmals seine Attraktivität verloren habe.

Das Konzept wurde deshalb ergänzt durch ein paralleles Angebot an Kursen und Arbeitsgemeinschaften. Verpflichtend blieben die Segel+ Stunden, weil durch sie intensive Vorbereitung auf die Zentrale Abschlussprüfung ZP 10 ermöglicht wird. Parallel zum SegeLn werden die AGs Streitschlichtung, Schulsanitäter und Sporthelfer sowie ein Kurs Informatik angeboten.