Sekundarschule Wickede  -  Ludgerusstraße 1  -  58739 Wickede (Ruhr)

Was können Eltern tun, um Ihre Kinder gut durch die nächsten Wochen zu begleiten?

Die schulpsychologische Beratungsstellen Unna und Dortmund geben Tipps, was Eltern tun können, um ihre Kinder gut durch die nächsten Wochen zu begleiten.

 

Eine klare Tagesstruktur schaffen

Eine feste Tagesstruktur bietet Sicherheit und Orientierung und hilft, Ängsten oder Antriebsschwäche entgegenzuwirken. Dies ist in den nächsten Wochen besonders wichtig, da

  • ganz unerwartet viel „freie Zeit“ zur Verfügung steht und die täglichen Abläufe durch den Schulbesuch wegfallen
  • die Presse in großem Umfang von der Corona-Krise berichtet und die Gedanken sehr stark davon bestimmt werden können
  • durch den Wegfall von Freizeitaktivitäten (z.B. Vereinssport) Möglichkeiten entfallen, sich mit Gleichaltrigen zu treffen
  • die räumliche Nähe in den eigenen vier Wänden auch zu Konflikten in der Familie führen kann.

Überlegen Sie sich daher einen festen Tagesablauf für die nächsten Wochen und besprechen Sie diesen mit Ihren Kindern. Ältere Kinder können Sie bei der Planung natürlich mit einbeziehen.

Vereinbaren Sie z.B. feste Zeiten für Mahlzeiten und die weitere Tagesgestaltung, wie Zeit für schulische Aufgaben, Bewegung, Freizeit und gemeinsame Zeit. Dabei muss der „Schultag zu Hause“ nicht zwingend um 8 Uhr beginnen und der Länge eines Schultages entsprechen. Vermeiden Sie aber, dass Ihre Kinder ihren Tagesablauf so umstellen, dass sie bis spät in die Nacht am Fernsehen/Handy/ Computer sind und erst mittags aufstehen.

 

Aufgaben für die „Schule zu Hause“

Aufgaben von der Schule

Bauen Sie in den Tagesablauf Ihrer Kinder die Aufgaben der Schule ein, um ein Stück Normalität weiterlaufen zu lassen. Die SKW hat bereits Möglichkeiten geschaffen, Schülern Aufgaben zukommen zu lassen anhand eines Links, der von den Klassenleitungen an die Schüler bzw. Eltern per Mail versandt wurde. Überprüfen Sie Ihre Mails und fragen Sie bei Ihren Kindern nach, was die Schule mitgeteilt hat (wenn die Kinder eigene E-Mail-Adressen haben). Suchen Sie den telefonischen/Mail Kontakt zu der Klassenleitung oder anderen Eltern, falls Sie bisher keine solche Email bekommen haben.

 Verschiedene Lernplattformen

Eine Möglichkeit, neben den verpflichtenden Aufgaben der Schule weitere Aufgaben für die Kinder zu finden, sind diverse Lernplattformen und Videoportale im Internet. Dort finden Sie zum Teil auch kostenfrei zur Verfügung gestellte Materialien für einzelne Klassenstufen (z.B. https://de.serlo.org/). Die Plattform scoyo.de stellt z.B. für die nächsten 2 Wochen für Schüler der Klassen 1-7 kostenlos Aufgaben je nach Klassenstufe zur Verfügung, andere, wie z.B. Sofatutor, kann man für 30 Tage kostenlos testen. Informieren Sie sich über Nutzungs- bzw. Kündigungsbedingungen der jeweiligen Plattformen. Hilfreich können außerdem Lernvideos (YouTube etc.) zu einzelnen Themen (beispielsweise die Binomischen Formeln im Fach Mathematik) sein.

Lesen

Geben Sie Ihren Kindern ein Buch, das sie interessiert, zu lesen und sprechen Sie mit ihnen darüber. Lassen Sie sich die Handlung schildern, fragen Sie nach Personen, die in einer Geschichte vorkommen, usw. Jüngeren Kindern können Sie auch Geschichten vorlesen oder mit ihnen gemeinsam lesen.

Haben Sie ein Nutzerkonto bei einer öffentlichen Bücherei, haben Sie die Möglichkeit, über das Internet oder die App Onleihe Hörbücher oder Bücher für einen Reader für Ihre Kinder zu laden (https://onleihe24.onleihe.de).

Gesellschaftsspiele

Spielen Sie Gesellschaftsspiele mit Ihren Kindern. Dies ist nicht nur ein Zeitvertreib, sondern fördert zudem das Lernen, Regeln einzuhalten und mit Frustration umzugehen. Je nach Spiel werden auch Kooperationsfähigkeit, Geduld und Konzentration geschult.

Bewegung

Nutzen Sie alle Möglichkeiten an Bewegung für Ihre Kinder, die zur Verfügung stehen. Auch in der Wohnung können Sie kleine „Sporteinheiten“ je nach räumlichen Gegebenheiten und Alter der Kinder durchführen. Manche Kinder (und Erwachsene) lassen sich auch hier über YouTube oder verschiedene Apps gut motivieren. Dort findet man auch klare, zeitlich begrenzte Übungseinheiten, die man gut in den Tagesablauf einbauen kann.

 

Umgang mit Ängsten

Kinder orientieren sich in ungewohnten Situationen stärker als sonst am Verhalten ihrer Eltern. Sie nehmen wahr, ob Eltern unsicher oder ruhig reagieren. Kinder profitieren in ernsten Situationen sehr, wenn ihre Eltern ruhig und besonnen reagieren.

Fake-News

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass zur Zeit viele Gerüchte über soziale Medien und generell im Internet verbreitet werden und man diese nicht alle für wahr nehmen soll, um Ängste bei ihren Kindern zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Die Internetseite des Robert-Koch-Institutes ist als sichere Quelle für Informationen empfehlenswert: www.rki.de.

Medienfreie Auszeiten

Schaffen Sie für Ihre Kinder (und sich) „Corona-freie“ Zeiten. Besonders am Abend vor dem Schlafen gehen sollten Ihre Kinder nicht noch Neuigkeiten aus dem Internet, den Nachrichten oder über soziale Medien erhalten, die sie dann „mit in den Schlaf nehmen“. Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern, die eigene Handys haben, diese zu einer festen Zeit (z.B. eine Stunde vor dem Schlafen gehen) auszuschalten oder auf einen festen Platz außerhalb des Kinderzimmers zu legen. Das Handy ganz wegzunehmen würde in diesen Tagen einen großen Einschnitt bedeuten, da es die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen Kontakt zu haben, stark einschränkt.

 

Handys

Die Kommunikation über soziale Medien bietet für Ihre Kinder die Möglichkeit, sich mit ihren Freunden auszutauschen. Ermutigen Sie Ihre Kinder, mit ihren Freunden darüber zu sprechen, was sie am Tag tun und wie sie die momentane Situation erleben. Fragen Sie nach, was die Freunde Ihres Kindes erzählen, um zu erkennen, wenn sie untereinander Ängste verbreiten und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber.